Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Rotkohl ganz weihnachtlich


Ob Beilage oder als Salat,Rotkohl gehört im Winter auf den Tisch

Wenn es aus der Küche nach Zimt, Piment und Nelken duftet, könnten es die Weihnachtsplätzchen sein – aber auch die Gewürze für einen weihnachtlichen Apfel-Rotkohl. Zum klassischen Rotkohl gehören außerdem Zwiebeln, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren. Zutaten wie Apfel, Maronen oder Backpflaumen unterstreichen das süßliche Aroma, lecker sind aber auch Variationen mit Orange, Quitte oder Kumquats. Auch Gewürze wie Ingwer und Koriander bieten sich an. Die tolle Farbe, Geschmack und Vitamine bleiben am besten erhalten, wenn die Kochzeit möglichst kurz ist. Etwas Zitronensaft oder saure Apfelstückchen intensivieren das kräftige Rot.

Rotkohl ist eine traditionelle Beilage zu Weihnachtsessen wie Gans oder Ente, die für nachhaltigen Genuss aus Bio-Haltung stammen sollten. Rotkohl sorgt aber auch bei vegetarischen Weihnachtsmenüs für Farbe, gesunden Genuss und Geschmack, zum Beispiel mit Rotwein, Zimt und Nelken zu „Weihnachtspasta“ oder mit Maronen zu Spätzle. Delikat und wärmend ist eine Rotkohl-Kokos-Suppe mit Roter Bete, gewürzt mit Ingwer, Kreuzkümmel und Fenchelsamen.

Geraspelt im Salat ist Rotkohl besonders gesund und knackig. Mit Sellerie, Apfel, Karotte, Walnüssen und Joghurt peppt er den klassischen Waldorf-Salat auf und kann ein Weihnachtsmenü eröffnen. Mit Bulgur, Feta, Zwiebeln, Joghurt Zimt und Harissa-Gewürz wird Rotkohl sogar zu einer gesunden und besonderen Salatmahlzeit. Am besten lauwarm servieren!

Living Planet Index: Richtungswechsel jetzt!


Quelle: Living Planet Report 2018 (c)DW

Schon in den ersten Jahren der Umweltbewegung gab es Karikaturen, die die Erde mit traurigem Gesicht zeigten: „Ich hab Homo Sapiens…“. Wir Menschen tun unserem Planeten tatsächlich nicht gut, wie der Living-Planet-Report 2018 des World Wide Fund For Nature (WWF) zeigt. Wir verbrauchen jährlich 70 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde erneuern kann - das ökologische Gleichgewicht steht auf dem Spiel. So sind die Wirbeltierbestände im Vergleich zum Beginn der Messungen 1970 um 60 Prozent geschrumpft. Der Report belegt wichtige Gründe für den dramatischen Rückgang: steigende CO2- und Methan-Emissionen, die Erderwärmung, den Einsatz von synthetischen Düngemitteln, den Umfang des industriellen Fischfangs und den Verlust tropischer Wälder.

Die Verfasser des Reports halten einen Richtungswechsel noch für möglich, viel Zeit bleibe jedoch nicht. Regierungen, Unternehmen, Finanzwirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher müssten zusammenarbeiten und den enormen Druck reduzieren, den wir auf den Planeten ausüben. Bei der Verschwendung von Ressourcen komme den Industrieländern eine besondere Verantwortung zu, da diese pro Kopf überdurchschnittlich viele endliche Ressourcen wie Wasser und Rohstoffe verbrauchen. Damit hat jede Verhaltensänderung im Alltag bei uns besonderes Gewicht – öfter mal mit dem Rad fahren, weniger Fleisch essen, mit der Bahn statt mit dem Flugzeug reisen, all das hilft, den Klimawandel auszubremsen. Und nicht zuletzt: Bio kaufen schützt Böden, vermeidet synthetische Dünger und Spritzmittel und erhält die Artenvielfalt!

Der Living Planet Index wird jährlich veröffentlicht und ist ein Gradmesser für den ökologischen Zustand der Erde. Er basiert auf wissenschaftlichen Daten über 16.704 Populationen von mehr als 4.000 Wirbeltierarten auf der ganzen Erde.

Tonkabohnen - Aroma von Marzipan und Vanille


Weihnachtsbäckerei mit Tonkabohne (auf dem Zuckerbett)

Auf den ersten Blick ist sie unscheinbar und runzelig, doch das Aroma ist betörend und intensiv mit Noten von Vanille, Marzipan, Karamell und Mandel. Die Tonkabohne hat in letzter Zeit eine steile Karriere in Sterneküchen und bei Feinschmeckern hingelegt – nun ist sie auch in Bio-Qualität erhältlich. Herbaria ist es gelungen, einige der wenigen Gebiete, in den die Tonkabohne wild wächst, bio-zertifizieren zu lassen. Gesammelt werden sie vom Volk der Quilombolas in den Wäldern des Amazonas in Brasilien. Herbaria bringt das Gewürz eingebettet in Roh-Rohrzucker ins Bio-Regal. Das edle Gewürz passt besonders gut zu Desserts wie Panna Cotta, Parfait oder Crème Brûlée, gibt aber auch dunklen Saucen und Fleischgerichten wie Hirschbraten in Rotweinsauce oder einem knusprigen Zitronenhuhn eine ganz besondere Note. Tonkabohnen harmonieren auch wunderbar mit dunklem Kakao, Kokos und Mohn oder veredeln einen Apfelkuchen. Für Tonkabohnen-Knusperkrümel gibt man etwas von dem Gewürz zum Teig, der anschließend mit Mandelkrokant und weißer Kuvertüre gebacken wird.

 

Die Tonkabohne ist der Samen der reifen Tonkafrucht, die ein wenig an Mangos erinnert. Die bis zu 30 Meter hohen Bäume wachsen in den Tropen und stammen ursprünglich aus Venezuela. Für das Herbaria-Projekt werden die Früchte in kleinen Trocknungshäusern getrocknet, der Kern entnommen und weiter getrocknet, bis die runzelige Oberfläche entsteht. Wie bei Trüffeln reibt man ein wenig von der ganzen Bohne sparsam über das Gericht, am besten mit einer Muskatreibe. Dass so wenig reicht, um ein intensives Aroma zu erzeugen, passt gut, denn Tonkabohnen enthalten wie Cassia-Zimt viel Cumarin, das man nur in kleineren Mengen zu sich nehmen sollte. Tonkabohnen geben auch durch Aufkochen in Sahne oder Milch ihr Aroma ab – am besten über Nacht ziehen lassen und am nächsten Tag für Desserts verwenden. Die Bohnen kann man mehrmals wiederverwenden, wenn man sie gut trocknen lässt.

Demo in Berlin: Essen ist politisch!

Jeder hat einen Kochtopf zu Hause - am 19. Januar 2019 kann er in Berlin zum Symbol des Protests gegen die verfehlte Agrarpolitik der letzten Jahre werden. Denn mit Kochtopf und Kochlöffel (und Ohrstöpseln) geht es 2019 zur Demonstration „Wir haben es satt, dieses Mal unter dem Motto „Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!“. Während in den Berliner Messehallen die weltgrößte Agrarmesse „Grüne Woche“ stattfindet und die internationalen Agrarminister bei ihrem Gipfel über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung beraten, soll „von draußen“ ein unüberhörbares Signal für eine andere Agrarpolitik kommen. Das Bündnis „Wir haben es satt“ fordert den Stopp der industriellen Landwirtschaft und stattdessen artgerechte Tierhaltung, Vielfalt auf dem Teller, eine klimagerechte und gentechnikfreie Landwirtschaft und den Erhalt von kleinen und mittleren Bauernhöfen.

2019 entscheidet die Bundesregierung bei der EU-Agrarreform maßgeblich mit, welche Landwirtschaft die EU-Staaten Jahr für Jahr mit 60 Milliarden Euro unterstützen. Aktuell gilt meist: Wer viel Land besitzt, bekommt viel Geld. Die Unterstützer von „Wir haben es satt“ fordern dagegen, EU-Agrargelder nur noch für umwelt- und klimaschonende Landwirtschaft zu zahlen und so bäuerliche Betriebe zu unterstützen, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen.

Auftakt ist am Samstag, 19. Januar 2019, um 12 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin. Auf der Website „Wir haben es satt“ gibt es eine Mitfahrzentrale, Infos zum Bustransport aus den Regionen, zu Treckerpatenschaften und dem gelben Unterstützer-T-Shirt „Ackern für bienenfreundliche Landwirtschaft“.

Vollkorn, voll gut!


Volle Naturpower im vollen Korn, (C)Fotolia_77893397

Seit Jahren ist bekannt: Vollkorn ist besser als Weißmehl. Viele Studien belegen, dass der regelmäßige Genuss von Vollkornprodukten das Risiko für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert – eine insgesamt gesunde Ernährung und Lebensweise immer vorausgesetzt. Der Bio-Fachhandel bietet daher von jeher ein vielfältiges Sortiment an vollwertigen und ökologisch erzeugten Mehlen, Nudeln, Graupen, Broten, Flocken und Müslis.

Lange konnte die Wissenschaft nicht genau erklären, warum eine vollkornbasierte Ernährung für die Gesundheit eine so wichtige Rolle spielt. Ernährungswissenschaftler an der Tufts University in Boston wollten darüber mehr wissen und haben 81 Frauen und Männer acht Wochen lang untersucht. Die Teilnehmer starteten die Testreihe mit einer vollkornfreien Ernährung. Nach zwei Wochen wurde bei einigen auf „Vollkorn statt Weißmehl“ umgestellt. Der überraschende Effekt: Die Vollkorngruppe setzte am Tag 100 Kilokalorien mehr um, das bedeutet, sie hatten den gleichen „Diäteffekt“ zu verzeichnen, als wenn sie 30 Minuten flott spazieren gegangen wären. In einer parallel laufenden Laborstudie fanden die Forscher heraus, dass die Vollkornernährung außerdem einen positiven Einfluss auf die Darmflora und damit auf die Immunabwehr und die Verwertung von Nährstoffen hatte.

Vollkorn enthält alles Gute der Natur: die ballaststoffreiche äußere Schicht des Getreidekorns und den nährstoffreichen Keim, nur die Spelzen werden entfernt. Daher versorgt es uns mit B-Vitaminen, vielen Mineralstoffen wie Zink und Magnesium, hochwertigem Eiweiß, essenziellen Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Es lohnt sich also, Vollkornbrot, Getreideflocken, Müsli oder Vollkornnudeln zu genießen. Die größte Auswahl gibt es im Bio-Fachhandel – von Dinkel über Hafer bis hin zu Roggen und Weizen. Sowohl bei Brot, Brötchen und Gebäck als auch bei Knäckebrot, Cräckern, Müsli und Flocken kann man aus dem Vollen (Korn) schöpfen. Wer Gluten nicht verträgt, findet vollwertige Alternativen mit Quinoa, Hirse, Naturreis und Amarant, auch Bio-Haferflocken gibt es zertifiziert glutenfrei.