Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 9/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Goldener Oktober, leuchtende Kürbisse


Herbstzeit ist Kürbiszeit - Foto (C)Rawpixel Ltd.

Nicht jede oder jeder kann sich für Halloween erwärmen, doch die mal freundlichen, mal grimmigen Kürbisgesichter in Fenstern, Hauseingängen und Kindergärten erinnern daran: Herbstzeit ist Kürbiszeit! Bei uns im Bio-Fachhandel findet man sie nun in allen Farben und Formen. Botanisch betrachtet sind Kürbisse übrigens die größten Beeren der Welt. Besonders beliebt ist der kräftig orangefarbene Hokkaido-Kürbis, den man mitsamt Schale verwenden kann. Aber auch aus Butternut, Spaghetti- oder Muskatkürbis lassen sich leckere Suppen und Currys, Risotto, Lasagne oder Gratin zubereiten. Im Biolandbau werden viele samenfeste Kürbissorten angebaut. Sie sind traditionell gezüchtet und stammen nicht aus der industriellen Hybridzüchtung. Beispiel sind die Hokkaido-Sorte „Red Kuri“, „Jack O‘Lantern“ „Blue Ballet“ und „Muscat de Provence“.

Kürbis gibt es nicht nur als frisches Gemüse im Bio-Fachhandel: Probieren Sie doch auch mal Brotaufstriche, Kürbiscreme oder gegrillten Kürbis in Olivenöl. Auch Kürbiskerne sind eine gesunde Knabberei und beliebte Brotzutat. Zur Kürbissuppe, zu kräftigen Salaten und sogar zu Vanilleeis passt das nussige, dunkelgrüne Kürbiskernöl. Im Bio-Fachhandel finden Sie es geröstet oder ungeröstet unter anderem von Bio Planète, Byodo und von der Ölmühle Solling.

Und was tun, wenn es am 31. Oktober an Ihrer Haustür klingelt und kleine Hexen, Monster und Geister lautstark „Süßes oder Saures“ fordern? Halten Sie ein paar Kürbis-Cupcakes oder Kürbis-Plätzchen bereit - oder löffeln Sie entspannt weiter Ihre Kürbissuppe oder Ihr Kürbis-Risotto und ignorieren Sie den ganzen Spuk.

Was kostet unser Essen wirklich?


Auch beim Preis ist bio ehrlicher - Foto ©terovesalainen

Steht auf dem Etikett unserer Lebensmittel wirklich der „wahre Preis“? Nein, so das klare Ergebnis der Studie „How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“ der Universität Augsburg. Denn die Lebensmittelpreise in Deutschland spiegeln nicht die wahren Kosten für Mensch und Umwelt wider. Vor allem bei tierischen Lebensmitteln müsste der Ladenpreis viel höher sein. Bioprodukte schnitten durch die Bank besser ab als konventionelle.

Die Wissenschaftler hatten im Auftrag der Schweisfurth-Stiftung und des Festivalveranstalters Tollwood beispielhaft anhand von Stickstoffbelastung, Treibhausgas-Emissionen und Energieverbrauch berechnet, welche Kosten bei der Lebensmittelproduktion tatsächlich anfallen. Dabei zeigte sich: Konventionelles Fleisch müsste drei Mal so viel kosten, konventionelle Milchprodukte sogar doppelt so teuer sein. Die versteckten Kosten sind bei konventionellen tierischen Produkten so hoch, weil bei der Aufzucht viel Energie verbraucht wird, große Mengen Stickstoff anfallen und viel Treibhausgas ausgestoßen wird. Bei pflanzlichen Lebensmitteln müsste man in Wahrheit ein knappes Drittel mehr zahlen. Bei Bio-Lebensmitteln sind die versteckten Kosten deutlich niedriger. Biofleisch müsste 0,8 Mal teurer sein, Biomilch 0,3 Mal. Pflanzliche Bioprodukte haben laut Studie fast den richtigen Preis – hier fehlt nur ein kleiner Aufschlag von sechs Prozent, um die wahren Kosten abzubilden.

Die Autoren gehen davon aus, dass die wahren Preise sogar noch erheblich höher sind. Die Datenlage zu weiteren gravierenden Umweltfolgen sei so unzureichend, dass die Studie dazu keine Aussagen machen könne. Dazu zählen Folgekosten, die durch Antibiotikaresistenzen und den Einsatz von Pestiziden entstehen. Die extreme Preisverzerrung benachteiligt laut Studie vor allem Bio-Lebensmittel. „Wenn die Lebensmittel im Supermarkt mit dem wahren Preis ausgezeichnet wären, würden viel mehr Menschen zu Bio-Produkten greifen, die dann kaum mehr teurer wären als konventionell erzeugte“, kommentiert Stephanie Weigel von der Tollwood GmbH.

Herbstliche Delikatessen: Edelkastanien


Frisch und selbst geröstet am besten - Foto (c)kab-vision

Auf vielen Märkten duftet es nun wieder nach gerösteten Maronen. Die Früchte liefert die Edelkastanie, der Baum des Jahres 2018. Zu dieser Jahreszeit kann man Edelkastanien auch ganz frisch im Bio-Fachhandel finden oder wie das ganze Jahr über auch vorgekocht und vakuumiert. Aber erst durch das Rösten erhalten Maronen ihr nussiges und leicht süßliches Aroma, was sie zu köstlichen Begleitern vieler Herbstgerichte macht.

 

Edelkastanienbäume werden bis zu 30 Meter hoch. Sie brauchen viel Wärme, daher sind Italien, Portugal, Frankreich und Spanien wichtige Anbauländer. In Deutschland findet man Esskastanien vor allem in Weinbauregionen wie der Pfalz und dem Rheingau. Bis ins 19. Jahrhundert war die Edelkastanie in Südeuropa ein wichtiges Grundnahrungsmittel, vor allem dort, wo kein Getreide angebaut werden konnte. Die Maronen haben ihren Ruf als „Brot der Armen“ aber längst abgegeben und erobern sich als Delikatesse den Weg in die Gastronomie – und in unsere Küchen. Herbstlich-aromatisch ist zum Beispiel die Kombination mit Rosenkohl, auf einer Quiche, als Gemüsebeilage oder als Curry mit Erdnuss, Ingwer, Zimt, Kreuzkümmel und Kokosmilch. Man kann Wildgeflügel mit Maronen füllen oder die Kastanien mit anderen Herbstfavoriten kombinieren, zum Beispiel mit Kräuterseitlingen und Butternut-Kürbis oder sie auch mal süß als „crème de marrons“ zum Dessert genießen.

Selber rösten: Man ritzt die Kastanien am spitzen Ende kreuzweise ein und legt sie dann rund 20 Minuten bei 200 Grad in den Backofen. Da nicht nur die harte Schale, sondern auch die pelzige Haut unter der Schale entfernt werden muss, kocht man die Maronen vor dem Rösten am besten einige Minuten lang. Das erleichtert das Abziehen.

Natürlich sanfte Pflege: Tonerde für Haut und Haar


Tonerde innerlich wie äußerlich wohltuend - Foto (c)blende40

Nur wenige kennen sie, dabei ist diese besondere Naturkosmetik fast ein Alleskönner: Die mineralstoffreiche Tonerde wirkt antibakteriell und schützt unreine und fettige Haut vor Entzündungen, und sie nimmt als Maske überschüssigen Talg auf. Da keine Tenside, Duftstoffe oder Konservierungsstoffe zugesetzt sind, ist Tonerde zudem bestens geeignet für empfindliche Haut, für Allergiker und Neurodermitiker.

Für die Haut- und Haarpflege muss die sehr fein gemahlene, reine Tonerde mit Wasser vermischt werden. Von Ayluna gibt es im Bio-Fachhandel zum Beispiel Lavaerde aus dem Atlasgebirge in Marokko. Das Pulver wird mit lauwarmem Wasser zu einer geschmeidigen Paste verrührt und kann als Maske, Duschgel oder Haarwaschmittel angewendet werden. Der Begriff „Lavaerde“ hat übrigens nichts mit Lava zu tun, sondern kommt vom lateinischen lavare für waschen. Weitere Naturkosmetik mit Heil- oder Tonerde gibt es -unter anderem von Cattier, Logona, cmd Natur, Luvos und Khadi.

Um die antibakterielle und porenverfeinernde Wirkung zu verbessern, wird Naturkosmetik mit Tonerde manchmal mit ätherischen Ölen oder pflanzlichen Wirkstoffen angereichert, zum Beispiel aus Salbei, Quitte, Traubensilberkerze oder grünem Tee. Wertvolle Öle wie Bio-Mandelöl sorgen bei Masken für ein samtiges Hautgefühl. Findet sich auf der Packung der Begriff „Heilerde“, dann hat das Produkt eine medizinische Zulassung und darf auch eingenommen werden. Mit Wasser vermischt hilft Heilerde gegen Sodbrennen und Reizdarmbeschwerden. Bei großflächigen Hautbeschwerden werden auch Bäder mit Heilerde empfohlen.

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Kein Joghurt, kein Sauerkraut ohne Lactobacillus


Positiv für die Verdauung - Foto (c)metamorworks

Was haben Salami, Sauerkraut, Joghurt und Parmesan gemeinsam? Keines dieser Lebensmittel ist denkbar ohne die freundliche Hilfe der Mikrobe des Jahres 2018. Ihr Name: Lactobacillus. Allerdings tritt sie niemals einzeln auf, sondern als große Einsatztruppe, auch bekannt als Milchsäurebakterien, oft im Verbund mit Hefen oder anderen Mikroorganismen. Zusammen sorgen sie dafür, dass durch Gärung oder Fermentierung leckere Lebensmittel entstehen.

Laktobazillen gehören zu unserer Kulturgeschichte: Vor etwa 7.000 Jahren begannen Viehzüchter in Nordeuropa, immer mehr Milchprodukte zu verzehren. Die Menschen entdeckten, dass sauer gewordene Milch genießbar und lecker sein kann: in Form von Joghurt, Kefir oder Käse. Dabei bilden Lactobazillen aus Kohlenhydraten wie dem Milchzucker Milchsäure – auch bei Sauerteig, Sauerkraut, Dauerwurst oder milchsaurem Gemüse. Dass dabei der pH-Wert sinkt, hält schädliche Bakterien im Schach. Das Fermentieren ist also auch ein uralter „Trick“, Lebensmittel haltbar zu machen, lange vor Erfindung des Kühlschranks oder der Konservendose. Laktobazillen können aber noch mehr: Einige Arten gehören zur Darmflora des Menschen und machen uns unter anderem unverdauliche Kohlenhydrate zugänglich – vor allem Ballaststoffe aus Vollkorn und Gemüse.

Lebensmittel, die eine große Menge an Bakterienkulturen wie Lactobacillus enthalten, bezeichnet man als „probiotisch“. Sie haben einen positiven Effekt auf die Darmflora und das Immunsystem. Es lohnt sich also, regelmäßig Joghurt, Kefir, frisches - also nicht pasteurisiertes - Sauerkraut, Apfelessig und Käsesorten wie Cheddar, Gruyère, Gouda, Mozzarella und Parmesan zu genießen. Das Angebot gerade im Bio-Fachhandel ist groß. Es gibt weitere fermentierte Produkte wie Tempeh, zahlreiche Variationen der japanischen Gewürzpaste Miso aus fermentierten Sojabohnen, Reis oder Gerste und traditionell fermentierte Sojasauce. Bekannte fermentierte Getränke sind Kombucha und „Brottrunk“.