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Bio kann mehr! - Newsletter 7/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Resistente Keime aus dem Stall im Badesee


Achtung vor multiresistenten Keimen.
Foto: Fotolia - nmann77

Nachdem im letzten Jahr bei Frankfurt ein Mann in einen Bach gefallen und fast ertrunken war, fanden die Ärzte im Krankenhaus multiresistente Keime in seiner Lunge. Das Gesundheitsamt untersuchte daraufhin den Bach und entdeckte tatsächlich gefährliche resistente Bakterien. Für den NDR war diese Meldung Anlass für eine ausführliche Recherche.Die Reporter stellten vor Beginn der diesjährigen Badesaison fest: Auch in zwölf Gewässerproben aus Niedersachsen, darunter zwei aus Badeseen, leben antibiotikaresistente Keime. Wissenschaftler an der Technischen Universität Dresden und am Universitätsklinikum Gießen wiesen in allen überprüften Gewässern auch Erreger nach, bei denen sogar die oft lebenswichtigen Reserve-Antibiotika nicht mehr wirken. Bei Kontrollen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Frühsommer gab es ebenfalls Alarm für mehrere Badeseen.

Gegen Antibiotika resistente Erreger stammen vor allem aus der Massentierhaltung und aus Krankenhausabwässern. Besonders problematisch ist aus Sicht der Wissenschaftler der Fund von Bakterien mit bestimmten Genen, die resistent sind gegen Colistin, das bei Menschen als Notfallmedikament nur in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt wird, wenn alle anderen Antibiotika versagen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Keime aus Ställen in die Umwelt gelangen, denn in der konventionellen Tierhaltung wird Colistin in großen Mengen eingesetzt. Hühner und Puten bekommen es häufig über die Tränken. Resistente Erreger können aus den Ställen über Mist oder Gülle auf Felder und so in die Umwelt gelangen.

In der ökologischen Tierhaltung ist der Einsatz von Antibiotika stark eingeschränktBiolandwirte achten daher auf gutes Gesundheitsmanagement, artgerechte Haltung und gesundheitsförderliche Maßnahmen wie sorgfältige Hygiene, ausreichend Platz für jedes Tier und gute Durchlüftung. 

Sanftes Peeling ohne Mikroplastik


Peeling mit natürlichen Zutaten statt Mikroplastik.
Foto: Fotolia - milenie

Was Mikroplastik in der Umwelt und mit unserer Gesundheit anrichtet, kann heute noch niemand genau sagen. Die Forschung steht noch am Anfang. Klar ist: Gesund ist es nicht. Viele der Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein oder hormonelle Wirkungen im Körper zu haben. Meerestiere wie Muscheln, Fische und Seerobben nehmen Mikroplastik auf und verstopfen sich damit nicht nur den Magen, sondern haben oft auch entzündetes Gewebe, innere Verletzungen oder Vergiftungserscheinungen. Denn Mikroplastik wirkt wie ein Magnet auf Schadstoffe in der Umwelt.

Besonders leicht vermeiden lässt sich Mikroplastik bei Kosmetik. In konventionellen Produkten dient es als billiger Füll- und Bindestoff. Duschgel, Make-up, Mascara, Lippenstift und Peelings können Polyethylen, Styrol-Acrylat-Copolymer oder andere Plastiksorten enthalten. In konventionellen Duschgelen stecken oft flüssige synthetische Polymere als Filmbildner. Biologisch nur schwer abbaubare Acrylat-Verbindungen verdicken oder stabilisieren Peelings, Seifen und Duschgels.

In konventionellen Peelings ist Mikroplastik häufig zu finden. Die winzigen Partikel, beispielsweise aus Polyethylen, entfernen bei Reibung Unreinheiten und abgestorbene Hautzellen. Die so behandelte Haut nimmt schädliche Chemikalien, auch die aus konventioneller Kosmetik, besonders leicht auf. Naturkosmetikhersteller verwenden natürliche und sichere Alternativen, zum Beispiel gemahlene Nuss- oder Kokosschalen, aber auch mineralische Stoffe wie Salzkristalle, Tonerde oder Kreide. Sämtliche Anbieter mit einem anerkannten und anspruchsvollen Siegel wie NaTrue und BDIH verzichten komplett auf Mikroplastik. Auch andere chemisch-synthetische Inhaltsstoffe auf Erdölbasis und Silikone sind nicht erlaubt. So stecken im Peeling „Salbei Traube“ vonPrimaveragrüne Tonerde und Mikroperlen aus Jojobawachs. Für die Dusche geeignet: „Natural Shower Scrub Aprikose & Holunder“ von Benecos, bei dem gemahlene Aprikosenkerne und Mandelschalen für den Peeling-Effekt sorgen.

Peelings kann man auch einfach selbst herstellen: Verschiedene Früchten wie Banane oder Avocado, mit Peelingpartikeln aus Zucker, Kaffeepulver, Meersalz, Reismehl oder Heilerde mischen. Eine Internetrecherche führt zu vielen Rezeptideen.

Gesunde Abkühlung: Frozen Yogurt


Mhhhmmmm...köstliche und gesunde Abkühlung.
Foto: Fotolia - exclusive-design

„Frozen Yogurt“, cremiges Eis aus gefrorenem Joghurt, ist seit einigen Jahren sehr beliebt. Man kann das kühle Dessert entweder fertig im Naturkostfachhandel kaufen, zum Beispiel vonSchrozberg, oder selbst in Bio-Qualität zubereiten. Wer den Joghurt in Bio-Qualität kauft, kann sicher sein, dass keine Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffe im Joghurt stecken und dass bei der Tierhaltung ökologische Standards gelten. Mit Bio-Fruchtjoghurt ist das Joghurt-Eis am schnellsten fertig zum Genießen. Einfach in kältebeständige Gefäße füllen und im Eisfach deponieren. Versuchen Sie je nach Vorliebe zum Beispiel Pfirsich-Ananas von Söbbekeoder Mango-Vanille vonAndechser! Man kann den Joghurt auch in Eis-am-Stiel-Formen oder Eiswürfelbehälter füllen und später genüsslich schlecken.

 

Wer seinen Frozen Yogurt individuell mixen möchte, rührt 500 Gramm Naturjoghurt mit dem Schneebesen oder dem Handmixer cremig, gibt Süßendes wie Puderzucker oder Honig nach Geschmack hinzu sowie ein Päckchen Vanillinzucker oder das Mark einer Vanilleschote. Veganer ersetzen den Joghurt durch Soja-, Hafer- oder Kokosmilch-Joghurt. Zutaten wie Fruchtpüree oder zerkleinerte Früchte – am besten gefroren, zum Beispiel Bananen, Beeren, Kirschen, Aprikosen oder Melone – oder Zitronensaft sorgen für die gewünschte Geschmacksrichtung. Wer mag, fügt etwas Sahne dazu, dann wird es noch cremiger. Die Joghurtcreme kommt für zwei bis drei Stunden ins Gefrierfach – muss aber besonders zu Anfang alle 20 bis 30 Minuten umgerührt werden, sonst bilden sich Kristalle und die Masse wird nicht cremig. Wer eine Eismaschine besitzt, hat es noch einfacher.

Toppings wie Obststückchen, Nüsse oder Schokoraspeln geben dem Frozen Yogurt eine besondere Note und sind auch was fürs Auge. Auch Fruchtsaucen sind lecker – im Bio-Fachgeschäft gibt es Sorten wie Amarenakirsche, Beerenmix und Mango-Orange von Allos oder Sanddorn-Vollfrucht von Voelkel. Auch ein Marmeladenklecks mit hohem Fruchtanteil schmeckt zu Frozen Yogurt.

Comeback für den Alleskönner Hanf


Im Hanfkorn steckt viel Gutes.
Foto: Fotolia - photonic

Hanf ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen der Welt. Schon unsere Vorfahren fertigten daraus Seile, Stoffe und Papier. 1455 druckte Gutenberg die erste Bibel auf Hanfpapier, und 1870 fertigte Levi Strauss die erste Jeans in den USA aus Hanf. Inzwischen erlebt Hanf ein Comeback als Faser für natürliche Textilien, als ökologisches Baumaterial – und als Lebensmittel. Nach jahrelangem Verbot dürfen heute wieder rund 50 Nutzhanfsorten in der EU angebaut werden. Sie haben mit 0,2 Prozent einen verschwindend geringen Anteil des berauschenden THC, und auch das nur in Blättern und Blüten.

Die Auswahl im Bio-Fachhandel an Hanf-Lebensmitteln ist breit: Es gibt Hanf-Riegel, Hanf-Käse, Hanf-Cracker, Hanfdrinks, Brotaufstriche und sogar Brotbeutel aus Hanffasern, vor allem aber Hanfsamen, unter anderem von Terrasana. Man kann sie pur snacken oder leicht geröstet ins Müsli oder den Obstsalat geben, Shakes und Smoothies damit anreichern, oder als knackiges und nährstoffreiches Topping über den Salat oder eine Suppe streuen. Geschmacklich erinnert Hanfsaat an Mandeln, Nüsse oder Sonnenblumenkerne. Im Hanfkorn steckt viel Gutes: reichlich Protein und alle essenziellen Aminosäuren. Die hochwertigen Omega-Fettsäuren sind in einem optimalen Verhältnis enthalten, ergänzt mit reichlich B- und E-Vitaminen. Hanfprotein ist leicht verdaulich und gut verwertbar und ist somit ein vollwertiger Ersatz für tierisches Eiweiß. Daher punktet Hanf besonders bei Vegetariern und Veganern. Auch der hohe Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, vor allem Linolsäure und Alpha-Linolensäure, macht Hanfsamen interessant als Zutat für hochwertige Bio-Produkte.

Hanföl ist ein exquisites Öl mit nussigem Geschmack und einem Duft von frischen Kräutern, ideal für kalte Speisen wie Salate und Dips. Im Bio-Fachhandel hat Bio Planète natives Hanföl aus Frankreich im Angebot. Die Ölmühle Sölling bietet zusätzlich Hanfmehl an.

Hanftee beruhigt und wirkt gemütsausgleichend. Von Lebensbaum gibt es die aromatisch-blumige Sorte „Aronia Hanf“ mit Hanfblatt, Apfel, Zitronengras, Aronia, Rosenblüte und Lemon Myrtle. Sonnentor bringt Hanftee pur in den Biohandel, herb-aromatisch und süßlich mit leichter Honignote. Von Taoasisgibt es im Bio-Fachhandel außerdem Hanföl für die Haut. Dank der vielen ungesättigte Fettsäuren ist es zur Pflege von gereizter und empfindlicher Haut besonders geeignet.

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Der Deutsche Umweltpreis hat Geburtstag…


Deutscher Umweltpreis wird 25.
Foto: DBU/Peter Himsel

… und Bio feiert mit! Der mit einer halben Millionen Euro höchstdotierte Umweltpreis in Europa wurde im letzten Vierteljahrhundert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mehrfach an ökologische Unternehmen verliehen. So erhielt 2001 Franz Ehrnsperger, Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu, die renommierte Auszeichnung für die Entwicklung eines ökologischen Unternehmenskonzepts für Brauereien. Im Jahr 2011 wurde Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der memo AG, als „Trendsetter der Nachhaltigkeit“ gewürdigt. Das klimaneutrale Versandhaus von ökologischen Produkten für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit zeigt, genau wie viele Bio-Unternehmen, dass nachhaltiges Wirtschaften erfolgreich sein kann. 2013 ehrte die Jury Ursula Sladek, Mitbegründerin der Elektrizitätswerke Schönau, von der zahlreiche Bio-Unternehmen ihren grünen Strom beziehen.

Zum ersten Mal wurde derDeutsche Umweltpreis 1993 in Berlin verliehen, und zwar an die Foron Hausgeräte GmbH für die Entwicklung des weltweit ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschranks. Zu den Preisträgern zählen außerdem der Verein Ökospeicher und die Gemeinde Wulkow für umweltgerechte Entwicklung im ländlichen Raum, herausragende Persönlichkeiten im Umwelt- und Naturschutz wie Ernst Ulrich von Weizsäcker, Klaus Töpfer, Heinz Sielmann oder Angelika Zahrnt sowie Forscher/innen, die sich beispielsweise mit Klimaschutz, Ozonloch oder Waldsterben befasst haben. Viele Preisträger/innen haben sich in ihren Unternehmen um nachhaltiges Wirtschaften verdient gemacht, zum Beispiel durch die Entwicklung eines giftfreien Kältemittels oder des „Fairphones“ sowie durch besondere Innovationen bei der Photovoltaik, bei Passivhäusern und ökologischen Textilien.

Mit dem Deutschen Umweltpreis zeichnet eine 16-köpfige Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Medien Leistungen aus, die heute und zukünftig entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Umwelt beitragen. Die Verdienste sollten so überzeugend sein, dass ein Nachahmungseffekt erzielt wird. Entsprechend stehen der Modellcharakter und die praktische Umsetzbarkeit im Vordergrund. Der Deutsche Umweltpreis 2018 wird im Herbst in Erfurt verliehen.