Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 6/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Minze macht den Sommer frisch


Minze wird in der Küche vielfältig eingesetzt - auch für coole Drinks
Foto: Pixabay

Erfrischend und im Sommer vor allem frisch ein Genuss: Die Minze. Die aromatisch duftenden Kräuter sorgen in kühlen Getränken wie Lassi, Shakes, Bowle oder Fruchtschorle für die unverwechselbare Note. Tee aus frischen Minzblättern erhält man mittlerweile in vielen Cafés, kann ihn aber auch leicht zu Hause herstellen und warm oder eisgekühlt trinken. Ebenfalls sehr erfrischend: Wassermelonensalat mit Feta und Minze! Minze kann aber auch pikant – und es muss nicht die berühmt-berüchtigte süß-saure englische Mintsauce sein. Vor allem in der orientalischen Küche ist Minze beliebt, zum Beispiel im Joghurtdip zu Lammgerichten und natürlich im Taboulé mit Tomate, Lauchzwiebel Gurke, Paprika und Koriander. Minz-Joghurt passt zu gegrillten Auberginen oder zu orientalisch gewürztem Bratreis mit Möhren, Ingwer, Feigen und Kichererbsen. Und auch ein Risotto mit grünem Spargel und Erbsen bekommt mit Minze den letzten Kick.

Viele Minz-Arten wurden schon im Altertum als Gewürz- und Heilpflanzen geschätzt. Sie enthalten ätherische Öle mit Menthol, das für den kühlen Geschmack sorgt. Zusätzlich gibt es viele gezüchtete Sorten wie die Pfefferminze, eine Kreuzung, die im 17. Jahrhundert von den Briten entdeckt wurde und als "Spearmint" nicht nur die britische Küche eroberte. Es gibt mittlerweile auch Ananas-, Erdbeer-, Limonen- und Bananenminze. Diese milden Sorten enthalten nur wenig Menthol und haben einen fruchtigen Eigenduft. Man gibt sie fein gehackt zu Quarkspeisen, Obstsalat oder Cocktails oder zu schokoladigen Desserts.

Frische Minzestängel und manchmal sogar Minzpflanzen finden Sie im gutsortierten Bio-Fachhandel. Groß ist die Auswahl bei getrockneten Sorten: Es gibt nicht nur Pfefferminze, sondern auch Orangen- und Apfelminze von Kräutergarten Pommerland, Marokkanische Minze von Lebensbaum oder die „Kühle Kanne“ Schokominze- Zitronenverbene von Sonnentor. Voelkel hat einen Pfefferminzsirup im Sortiment, Kräutergarten Pommerland mit „Melinza“ einen Melisse-Minz-Sirup. Man kann sie verwenden für hausgemachte Limonade, Sorbets oder „Latte con Mentha“. Und wenn es ganz schnell gehen soll, wartet im Kühlregal der frische, minzige Taboulé-Salat von bioverde.

Gut verpacken – oder gar nicht verpacken


Weniger (Verpackung) ist mehr - das gilt nicht nur für Bio-Produkte
Foto(c): die Fotonomaden

Lebensmittel sicher und gleichzeitig umweltfreundlich zu verpacken ist gar nicht so einfach. Für Papier müssen Bäume fallen, in Altpapier stecken oft Rückstände von Druckfarben, Verbundpackungen lassen sich nur schwer recyceln und „kompostierbare“ Kunststoffe zerfallen meist nur unter unrealistischen Bedingungen. Über Plastik muss man nicht lange reden – jeder hat die Bilder von verendeten Tieren vor Augen. Außerdem belasten aus Erdöl hergestellte Produkte schon bei der Herstellung und dann noch einmal bei der Verbrennung die Umwelt.

Viele Bio-Hersteller setzen auf Glas und Papier, erproben aber auch verschiedene Materialien, um Plastik zu ersetzen. So nutzen Sonnentor, Lovechock und Ecofinia kompostierbare Folien aus nachwachsenden Rohstoffen für Schokolade und Tee. Lebensbaum setzt seit 2012 Folien auf Zellulosebasis ein, die CO2-neutral produziert werden und sich innerhalb mehrerer Wochen im Hauskompost zersetzen. Söbbeke bietet Joghurt in Bechern mit 25 Prozent weniger Kunststoff an – hier spielt Kreide als Ersatzstoff die tragende Rolle. Auch die Milch-Standbeutel von Brodowin enthalten 40 Prozent Kreide. Sowohl der Joghurtbecher als auch der Milchbeutel können über die gelbe Tonne entsorgt und recycelt werden. Spielberger bietet Getreide, Mehl und Flocken nur noch in Papiertüten an. Das Sichtfenster besteht aus Pergamin, dem guten alten „Butterbrotpapier“. AlmaWin nutzt Flaschen aus recyceltem Kunststoff und hat außerdem Flüssigwaschmittel im Beutel im Sortiment. Das spart 75 Prozent der Verpackungsmenge.

Viele neue Materialien sind derzeit in der Testphase, zum Beispiel Gras-Kartonpapier, das zu 40 Prozent aus getrocknetem Gras besteht. Die Forschung beschäftigt sich unter anderem mit Folien aus Milchproteinen, Verpackungen auf der Basis von Makroalgen und dem Einsatz von Lebensmittel- oder Pflanzenresten für die Produktion von kompostierbaren Verpackungen.

Die beste Möglichkeit bleibt natürlich: Verpackungen vermeiden. Viele Bioläden und Bio-Supermärkte bieten Getreide, Nüsse und Nudeln unverpackt an. Bio Planète erprobt gerade eine Nachfüllstation für Speiseöle. Bei Obst, Gemüse und Brot kann jeder mithelfen und Mehrweg-Netze oder einen Leinenbeutel mitbringen. Auch der große Umweltheld, die klassische Mehrwegflasche für Milch, Saft und Wasser, verdient wieder mehr Beachtung, denn sogar im Biohandel sinkt der Absatz. Unternehmen wie Söbbeke und die Molkerei Schrozberg investieren aus Überzeugung in intelligente Mehrwegsysteme.

Film ab für „Das Wunder von Mals“


Südtiroler Protest gegen Monokulturen und Pestizide
Foto (c):Alexander Schiebel

Wir befinden uns im Jahr 2014. Ganz Südtirol wird von Monokulturen überrollt und in Pestizidwolken gehüllt. Ganz Südtirol? Nein! Ein von unbeugsamen Vinschgern bewohntes Dorf kämpft gegen die Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind entschlossen: Mals soll die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. Bei einer Volksbefragung stimmen mehr als drei Viertel für ein Pestizidverbot auf ihrem Gemeindegebiet. Doch die Südtiroler Apfellobby hält dagegen. Es gibt Einschüchterungsversuche bis hin zu Glyphosat-Attacken auf die Obstbäume eines Bio-Bauern.

 

Diesen ungleichen Kampf schildert der Dokumentarfilm „Das Wunder von Mals“, der im Rahmen eines Crowdfunding von 1.000 Privatpersonen finanziert wurde. Regisseur und Autor Alexander Schiebel lässt Vordenker und Aktivistinnen, Obstbäuerinnen und Bio-Landwirte aus Mals zu Wort kommen, die ihre Heimat und die Schönheit und Artenvielfalt Südtirols erhalten wollen – mit Eigensinn und Ausdauer. Tatsächlich sind die eintönigen und oft hochsubventionierten Monokulturen auch für den Tourismus längst ein Problem. Und Bio-Landwirtschaft ist nur noch mit aufwendigen Schutzmaßnahmen möglich – der Film zeigt zum Beispiel, wie die Pestizidwolken über einer Bio-Kräutergärtnerei aufsteigen.

Am 28. Mai war Premiere von „Das Wunder von Mals“ in München, nun ist der Film in Programmkinos in Deutschland und Österreich zu sehen – zum Beispiel auch am 21. Juli 2018 beim Filmfestival Naturvision in Ludwigsburg. Wer den Film zeigen möchte oder eine Idee für ein Programmkino hat, schreibt an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Offizieller Kinostart ist Ende September 2018.

Weitere Informationen: www.wundervonmals.com und www.facebook.com/wundervonmals. Das gleichnamige Buch (ISBN-13: 978-3-96006-014-7, 240 Seiten, 19 Euro) ist erhältlich im Buchhandel und beim Verlag unter www.oekom.de.

100 Prozent Bio in Österreich: Das geht!


Alles in bio, nicht nur bei der berühmten Brettljause
Foto (c):renewalter/at

Die Österreicher könnten sich ausschließlich von heimischen Bioprodukten ernähren. Dafür müsste nur eine von zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Entweder sinken die vermeidbaren Lebensmittelabfälle um ein Viertel oder aber der Fleischkonsum geht um zehn Prozent zurück. Das haben jetzt Wiener Forscher berechnet. Die Studie wurde am Zentrum für Globalen Wandel der Universität für Bodenkultur Wien in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) erarbeitet.

Schon heute ist Österreich Vorreiter bei der Zahl der Biobetriebe und der Biofläche. Fast ein Viertel der landwirtschaftlichen Flächen wird ökologisch bewirtschaftet. Mehr Bio-Anbau und ein geringerer Fleischkonsum hätten laut der Studie mehrere Vorteile. So ist aktuell mehr als die Hälfte der Ackerflächen blockiert durch die Produktion von Kraftfuttermitteln wie Mais und Soja. Außerdem importiert Österreich jedes Jahr etwa eine halbe Millionen Tonnen Futtermittel, zum größten Teil gentechnisch veränderte Soja. Diese Importabhängigkeit würde bei geringerem Fleischkonsum vermindert oder beendet. Gleichzeitig würden Flächen für den Anbau von Lebensmitteln frei werden. Der Fleischkonsum liegt in Österreich aktuell dreimal höher als empfohlen, so dass auch dadurch verursachte Gesundheitsprobleme zurückgehen würden.

100 Prozent Bio wäre laut Studie auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht sinnvoll, weil eine Umstellung wirkungsvolle Beiträge für die nachhaltige Entwicklung sowie für die langfristige Ernährungssicherung leisten kann. Positive Auswirkungen gäbe es auf den Klimawandel, die Bodenversiegelung, den Gewässerschutz, den Humusaufbau, das Tierwohl, die Biodiversität und den Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben trotz des internationalen Wettbewerbsdrucks.

Die Initiative MUTTER ERDE wurde 2014 vom ORF und führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen Österreichs ins Leben gerufen.

Was tun, wenn‘s in der Küche krabbelt?


Lavendel schützt vor Motten, nicht nur im Kleiderschrank
Foto (c):Fotolia

Im Sommer krabbeln oder flattern in der Küche oder im Schlafzimmer schon mal verschiedene Tierchen. Oft sind es harmlose Fliegen, Spinnen, Florfliegen oder Käfer. Handelt es sich aber um einen Schädling, der es auf Müsli und Co. oder Naturtextilien abgesehen hat, sollte man in Aktion treten - natürlich möglichst giftfrei und unbedenklich. Denn Keulen wie chemisch-synthetische Insektensprays, Elektroverdampfer und Giftköder belasten die Innenraumluft und reichern sich zudem in der Umwelt an.

Im Bio-Fachhandel gibt es umweltfreundliche Alternativen wie Lavendel-Duftsäckchen, Zederholz-Duftblöcke, Textilschutzsprays mit Neemextrakt und Klebefallen. Mittel auf der Basis von Chrysanthemen-Extrakt helfen gegen Ameisen und Milben, Kieselgur gegen Silberfische. Der Umweltprodukte-Spezialist Aries bietet auch Anti-Motten-Textilspray und die beliebten Kleidermottenboxen. Paarungswillige Mottenmännchen landen auf einem Klebebrett mit integriertem Lockstoff. Man kann die Boxen auch an die Kleiderstange hängen. Auf dem firmeneigenen Bioland-Kräuterfeld wachsen Heilpflanzen, insektenfreundliche Blumen und 1.200 Lavendelpflanzen für das Aries-Sortiment.

Grundsätzlich gilt: Ursachen so gut wie möglich bekämpfen! Dazu zählen das Abdichten von Fugen und Ritzen und das Trockenlegen feuchter Räume, die sonst Silberfische, Milben, Kakerlaken, Kellerasseln und Schimmelpilze anziehen. Gegen Mücken helfen Netze an den Fenstern, Streifenstores an der Terrassentür und ein Moskitonetz über dem Bett. Lebensmittel wie Reis, Mehl und Haferflocken gehören in dichtschließende Gläser oder Dosen. Naturtextilien sollte man regelmäßig überprüfen und ausschütteln. Dicke Wollpullover im Sommer am besten in einem mottensicheren Vakuumbeutel aufbewahren. Und: Lassen Sie Spinnen leben, sie sind effektive Insektenfänger!