Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 5/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Bio live erleben: 240 Bauernhöfe laden ein


Bio zum Anfassen /(C)Tobias Hartkemeyer, CSA Hof Pente

Woher kommen Bio-Milch, Bio-Blumen oder alte Getreidesorten wie Dinkel und Emmer? Wie funktioniert die ökologische Hennenhaltung, wie wachsen Soja und Lupine ökologisch und was zeichnet den Bio-Weinbau aus? Unter dem Motto "Bio live erleben!" öffnen 240 Betriebe, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium zu "Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau" ernannt wurden, ihre Türen und Tore. Von Apfelanbau über Rosenzucht bis Ziegenhof - die Betriebe vertreten die ganze Vielfalt des Biolandbaus. Alle aktuellen Terminefinden Sie im Portal oekolandbau.de.

Jeder zehnte Landwirtschaftsbetrieb in Deutschland ist mittlerweile ein Biohof. Die Demobetriebe stehen beispielhaft für die mehr als 27.000 Höfe, die nach ökologischen Richtlinien arbeiten. Einer davon ist die Gärtnerei Strickler in Alzey, die sich auf Wildpflanzen spezialisiert hat. Beim „Tag der offenen Gärten“ gibt es auf dem Pflanzenmarkt Kräuter, Gemüse-Jungpflanzen, Obstgehölze und Rosen – dazu Kräuter-Spundekäse mit Brezel. Auf dem Bioland-Kreilhof in Oberhausen im Alpenvorland steht am 26. und 27. Mai ein Sommerfest mit Führungen zu den Rotwild-Gehegen und Verkauf von Wildprodukten auf dem Programm. Und auf dem Bioland-Geflügelhof Roth in Witzenhausen ist man während der „Aktionstage Ökolandbau Hessen“ am 16. Juni “Auf der Spur des Lebenslaufs eines Bioland-Hähnchens”.

Wer erst einmal schauen möchte, welche Betriebe in der Region arbeiten, findet über eine interaktive Deutschlandkarte Höfe in der Nähe und kann mit einem Klick das passende Hofportrait öffnen. Auch auf Twitter und bei Instagram gibt es Neuigkeiten aus dem Netzwerk der Bio-Demonstrationsbetriebe.

Aktion Insektensommer: Was summt denn da?


Die Schwebfliege /(c) NABU Insektensommer/ H. May

Unter dem Motto „Zählen, was zählt!“ ruft der NABU zur bundesweiten Mitmachaktion„Insektensommer“ auf. Denn Insekten sind nicht nur faszinierende Tiere, die in den unterschiedlichsten Farben schillern und die skurrilsten Formen annehmen können. Sie zählen auch zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern, verwerten organische Stoffe wie Pflanzenreste und tote Tiere und tragen so zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Viele Insekten sind außerdem wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Im Bio-Anbau, der auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet, sind sie sogar entscheidend, um die Ausbreitung schädlicher Insekten einzudämmen.

Die Aktion rückt die oft übersehenen fleißigen Helfer unserer Ökosysteme ins verdiente Rampenlicht. Zählen Sie die kleinen Krabbler und Flugkünstler mit sechs Beinen und sammeln Sie auf diese Weise wichtige Daten für den Artenschutz. Jedes Insekt zählt! Sonnig-warme, trockene und windstille Tage sind optimal, um viele Käfer, Bienen Schlupfwespen, Libellen und Schmetterlinge zu sehen. Suchen Sie sich zwischen dem 1. und 10 Juni oder zwischen dem 3. und 10. August einen schönen Platz, zum Beispiel im Garten, auf einer Wiese, im Stadtpark oder am Flussufer. Notieren Sie alle Insekten, die sie innerhalb einer Stunde entdecken. Schauen Sie dabei auch in Blumentöpfe, an Bäumen oder unter Steine. Gemeldet werden sollen auf jeden Fall 16 „Kernarten“ wie Tagpfauenauge, Florfliege, Marienkäfer und Grünes Heupferd. Weitere Infos und wichtige Hinweise zur korrekten „Insektenzählung“ gibt es beim Naturschutzbund Deutschland(NABU).

Weltweit gibt es mehr als eine Million verschiedene Insektenarten, und weit mehr als die Hälfte aller Tierarten sind Insekten. Doch die Insektenwelt ist in einem alarmierenden Zustand. In Deutschland sind bereits über 41 Prozent der Schmetterlinge ausgestorben oder bestandsgefährdet, bei den Wildbienen ist mehr als die Hälfte bedroht. Für den massiven Rückgang sind vor allem Pestizide, der Bau von Straßen, Siedlungen und Gewerbegebieten, der Nährstoffüberschuss durch zu hohe Stickstoff- und Phosphateinträge aus der industriellen Landwirtschaft und der Klimawandel verantwortlich.

Ganz schön scharf: Bio-Senf


Tausendsassa Bio-Senf // ©HandmadePictures

Die Grillzeit hat begonnen, und dazu gehört scharfer, aromatischer Senf, ob zu Bio-Würstchen oder Tofuknacker. Die cremig würzige Paste startet als Körnchen auf dem Bio-Feld: Senf wird aus den kleinen Samen des Gelben, Braunen und des Schwarzen Senfs hergestellt. Die Saat wird in der Senfmühle aus ihren Schoten befreit, geschrotet und mit Wasser, Essig und Salz gemischt. Diese „Maische“ ruht einige Zeit. Dabei setzt ein senf-eigenes Enzym die aromatischen Bestandteile frei, die dem Senf erst seine Schärfe geben. Danach wird erneut vermahlen, damit der Senf cremig wird. Je nach Sorte kommen weitere Zutaten hinzu wie Feigen, Estragon oder sogar Schokolade. Im „Grill & Fondue Senf" von Byodo stecken zum Beispiel frische rote Paprika, Zwiebel, Tomatenmark und Knoblauch, und im Wiking-Senf von Zwergenwiese Gerstenmalz, Ingwer, Nelke, Kurkuma und Chili. Bei Dijon-Senf dürfen nur die schärferen braunen und schwarzen Senfkörner enthalten sein. Traditionell werden sie nicht entölt, um das volle Aroma zu erhalten. Im Bio-Fachgeschäft gibt es Dijonsenf zum Beispiel von Arche, Byodo und Tagwerk.

 

Bio-Senfanbieter setzen auf den natürlichen Geschmack der Zutaten und verwenden weder natürliche Aromen noch Süßstoffe oder Konservierungsstoffe wie in der konventionellen Produktion üblich. Senfsaat wird oft importiert, doch Bio-Anbieter versuchen, den Anbau in Mitteleuropa wieder zu etablieren. So hat Byodo 2015 in der Ökomodellregion Waginger See/ Rupertiwinkel mit fünf Landwirten ein Saatgutprojekt gestartet. Sie bauen Gelbsenf zusammen mit Erbsen und Bohnen an. Senfsamen sind pur typischer Bestandteil vieler indischer Gerichte. Gelbe und schwarze Senfsaat in Bio-Qualität gibt es unter anderem von der Gewürzmühle Brecht, von Herbaria, Lebensbaum und Sonnentor. Auch Senföl gibt es pur: Von Bio Planète aus deutschem Bio-Anbau.

Senf ist natürlich nicht nur etwas für den Grillabend. Er passt auch gut zu Fischgerichten, zum Beispiel in einer Senfsauce oder in der Kruste beim Überbacken. Manche mögen Senf als Brotaufstrich oder in Dips zu frischem Brot. Fruchtige Sorten wie Feigensenf harmonieren bestens mit würzigem Käse. Weitere Rezeptideen zum Beispiel bei Arche Naturküche, dort einfach nach „Senf“ suchen.

Internationaler Umwelttag: Gegen den Plastikwahnsinn


Plastikmüll soweit das Auge reicht ... /(c)nmann77

Am 5. Juni ist Internationaler Umwelttag. Das weltweite Motto lautet 2018 „Beat Plastic Pollution“ – „Die Plastikverschmutzung bekämpfen“. Denn Plastik ist mittlerweile überall und bedroht die Gesundheit von Mensch und Tier. Besonders tückisch ist das kaum sichtbare Mikroplastik, das schon in den Mägen von Schildkröten und Seevögeln und sogar im Eis der Arktis und auf dem Mount Everest gefunden wurde. Zum Glück gibt es weltweit immer mehr Initiativen, die die Flut an Plastiktüten und Einweg-Plastik eindämmen wollen - und auch gute Produkte ganz ohne Plastik wie Naturkosmetik und Sportkleidung aus Naturfasern.

Die UN stellt zum Internationalen Umwelttag engagierte Projekte aus aller Welt vor: So geht die nordamerikanische Küstenstadt Seattle unter dem Motto „Strawless in Seattle” gegen die Meeresverschmutzung vor. Ab Juli 2018 sind nicht kompostierbare Strohhalme nicht mehr erlaubt. Einweg-Plastikgeschirr und Einweg-Einkaufstüten sind bereits verboten. Die Städte Malibu, California und Miami Beach und Florida planen ähnliche Verbote oder haben sie schon eingeführt. Der kleine indische Bundesstaat Sikkim im Himalaya, der zu 100 Prozent auf Bio-Landwirtschaft setzt, hat Einweg-Plastiktüten schon 1998 verbannt, und 2016 wurde Trinkwasser aus Plastikflaschen in Behörden und bei öffentlichen Veranstaltungen verboten. Nun sind auch Plastikgeschirr und -besteck aus Sikkim verbannt. Indien, ein Land mit einem gigantischen Müllproblem, ist 2018 Ausrichter des Welt-Umwelttages und plant zahlreiche Aktionen. Die Zentralregierung hat außerdem alle Bundesstaaten aufgefordert, einen Großteil der Einweg-Plastiktüten zu verbieten.

Weltweit werden laut UN jede Minute eine Million Plastiktüten verbraucht. Die meisten Biokunden setzen von jeher auf Körbe und Stofftaschen, und viele Bio-Fachgeschäfte bieten inzwischen auch Mehrwegnetze für Obst und Gemüse an. In einigen Läden gibt es sogar Mehrweglösungen an der Frischetheke oder Abfüllstationen für loses Müsli, Reis, Nüsse und Co. Das passt zum Aufruf der UN zum Umwelttag: „If you can't reuse it, refuse it“ – „Ablehnen, was man nicht wiederverwenden kann“.

Unter dem Hashtag #BeatPlasticPollution findet man aktuelle Meldungen und Aktionen auf Facebook und Twitter. Alle gemeldeten Aktionen werden gesammelt auf der Website des UN-Umwelttages.

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Schnell, gesund und aromatisch: Grüner Spargel


Ideale Kombi für die leichte Sommerküche /(c)Printemps

Grüner Spargel ist in Deutschland immer noch weniger bekannt und beliebt als sein weißer Namensbruder, obwohl unsere Vorfahren Spargel ausschließlich in Grün kannten. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam die Mode auf, Spargel „ganz in Weiß“ zu produzieren, indem man die Stangen bis zur Ernte von der Sonne fernhielt. Grüner Spargel dagegen hat Sonne getankt und dabei reichlich Chlorophyll und Aromen entwickelt, so dass Farbe und Geschmack gut zur mediterranen Küche passen. Mit Parmesan und etwas Sahne wird er zur leckeren Pasta-Sauce, alternativ auch kombiniert mit Erbsen, Kohlrabi und Schalotten. Auch ein Risotto lässt sich mit grünem Spargel zaubern, gut dazu passen Petersilie oder frisches Basilikum und Zitrone, auch paar frische Blätter Rucola.

Grüner Spargel enthält nicht nur reichlich wertvolle Inhaltsstoffe, er ist auch leichter zu verarbeiten. So muss höchstens das untere Drittel dünn geschält werden. Oft ist Schälen sogar überflüssig, zum Beispiel bei dünnen Stangen und bei Wildspargel. Die Garzeit ist mit fünf bis acht Minuten kürzer als beim weißen Spargel. Man kann grünen Spargel auch kurz in der Pfanne anbraten oder etwa zehn Minuten mit Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer im Ofen rösten. Im Salat harmonieren rohe oder blanchierte Spargelstückchen zum Beispiel mit Feta und Tomate oder auch sommerlich mit Erdbeeren, schwarzem Pfeffer, Zitronensaft, Honig und Balsamico.