Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 1/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Sellerie: Aroma für Wintersuppen und Salat


Sellerie,nicht nur in Suppen lecker / ©Annett Seidler

Die Familie der Doldenblütler bringt mit ihren ätherischen Ölen viel Aroma in die Küche. Petersilie, Dill, Fenchel, Liebstöckel, Anis und Kümmel gehören zur Sippe, aber auch knubbelige Gesellen wie Pastinake, Wurzelpetersilie und Sellerie. Der würzige und leicht herbe Knollensellerie gibt traditionell Suppen Geschmack und Charakter. Doch das Wintergemüse hat auch mal die Hauptrolle verdient – zum Beispiel in einer pikanten Sellerie-Kartoffel-Cremesuppe mit Ingwer oder als Cremesuppe mit Birne oder Apfel. Besonders lecker dazu: Geröstete Kürbiskerne oder einfach ein wenig Kürbiskernöl zum Schluss. Das setzt auch farblich Akzente. Geradezu ein Klassiker der bio-vegetarischen Küche sind gebratene Selleriescheiben, paniert mit Semmelbröseln, gemahlenen Nüssen und Ei.

Erst in Italien wurde aus der auf Salzwiesen wachsenden Wildform der heute bekannte Sellerie mit essbaren Knollen. Im Mittelalter gelangte er über die Alpen nach Mitteleuropa, wo er zunächst in Klostergärten als Würzmittel und Heilpflanze wuchs. Passend zu dieser Vorgeschichte kann man Sellerie auch italienisch servieren: Dünn gehobelt in einer Tomatensauce garen und dann in einer Lasagne mit Nudelblättern einschichten. Für eine gute Sauce Bolognese ist er sowieso unverzichtbar – es sei denn, es sitzen Allergiker am Tisch.

Das helle Fruchtfleisch schmeckt aber auch roh, zum Beispiel geraspelt in einem knackigen, vitaminreichen Wintersalat mit Äpfeln und Karottenstreifen, nach Geschmack auch mit Nüssen. Mandarinen oder Weintrauben. Etwas Zitronensaft verhindert, dass sich die Zutaten braun verfärben. Alternativ kann man zum grünen Verwandten, dem Staudensellerie greifen. Die knackigen Stiele und die Blätter sind besonders beliebt als Rohkost zum Dippen, schmecken aber auch in Pfannengemüse oder in der Minestrone und gern mit einem der anderen aromatischen Doldenblütler: mit viel Petersilie.

Bio-wollig warm im Winter


Besser eingepackt geht kaum! ©beugdesign

Kuschelig-warm eingepackt im Winter – da ist Wolle die beste Wahl. Kleidung aus Bio-Wolle schützt nicht nur vor eisigen Temperaturen, sondern ist auch atmungsaktiv, antibakteriell, schmutz- und wasserabstoßend. Die reinste Funktionsfaser also- aber zu 100 Prozent biologisch abbaubar! Es gelangen also niemals Fasern als Mikroplastik in Meer. Und weil Bio-Schafhalter auf Pestizide auf den Wiesen und Weiden und bei der Schädlingsbekämpfung an den Tieren verzichten, ist auch die Wolle schadstofffrei. Das ist ganz besonders wichtig bei Winter-Unterwäsche, Mützen, Socken und bei Kleidung, Schlafsäcken und Decken für Babys und Kinder.

Bevor aus dem Rohstoff Wolle eine kuschelige Decke oder ein Pullover wird, sind allerdings viele Arbeitsschritte notwendig: waschen, kardieren, spinnen, färben, stricken, weben, konfektionieren… Höchste ökologische und ethische Standards garantiert dabei die GOTS-Zertifizierung. GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Mit diesem anspruchsvollen Siegel wird die gesamte Produktionskette zertifiziert, von der Bio-Tierhaltung bis zum Färben.

Schafe auf einer saftigen Wiese, ein friedliches und idyllisches Bild. Tatsächlich geht bei uns die Zahl der Schafe seit Jahren zurück, der Beruf des Schäfers ist selten geworden. Schafwolle kommt heute zum großen Teil aus Australien und Neuseeland. Das ist auch für den Tierschutz ein Problem: In Australien ist das in Deutschland verbotene Mulesing noch immer erlaubt, eine für die Lämmer schmerzhafte Methode. Dabei wird ohne Betäubung Haut am Hinterteil herausgeschnitten. Die Wunden müssen unbehandelt von selbst heilen, und auf dem glatten Narbengewebe wächst dann keine Wolle mehr, so dass Fliegenmaden nicht mehr angelockt werden. Wer glückliche Schafe möchte, entscheidet sich also am besten für heimische Bio-Wolle. Man kann zum Beispiel direkt auf der GOTS-Website nach Anbietern suchen oder bei Bioland stöbern. Auch einige Biofachgeschäfte haben ein kleines Sortiment an Wolltextilien oder Strick- und Märchenwolle.

Wie essen die Deutschen wirklich?


Pizza & Co. nicht nur bei Kindern beliebt /©EvgeniiAnd

Zum dritten Mal hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefragt: Was esst ihr und wo? Was ist euch wichtig dabei? Nur knapp die Hälfte, nämlich 43 Prozent gaben an, dass sie so gut wie täglich zuhause kochen. Weitere 38 Prozent tun dies zwei bis dreimal in der Woche. Snacks wie belegte Brötchen, Burger oder Pizza kauft laut Ernährungsreport 2018 knapp ein Viertel mindestens einmal in der Woche. Die Aussagekraft solcher Angaben ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Menschen geben in Umfragen oft sozial erwünschte Antworten: Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung kochen nur 34 Prozent der Verbraucher regelmäßig, 42 Prozent dagegen so gut wie nie. 92 Prozent gaben an, Wert auf gesundes Essen zu legen. Auch bei dieser Zahl kann man ins Grübeln kommen – insbesondere nach einem Blick in die Einkaufswagen, die am Wochenende zu den Autos geschoben werden. Die Verbraucherorganisation foodwatch warf Agrarminister Christian Schmidt denn auch vor, belanglose Daten statt Initiativen für besseres Essen zu liefern.

 

Bei den persönlichen Erwartungen an die Landwirtschaft liegt für eine Mehrheit der Befragten das Wohl der Tiere auf Platz eins. 66 Prozent der Befragten wünschen sich Verbesserungen. Tierwohl liegt damit noch vor der Qualität der Produkte, Entlohnung der Mitarbeiter und umweltschonenden Produktionsweisen. 79 Prozent der Befragten befürworten ein staatliches Tierwohl-Label. Und 90 Prozent wären laut Umfrage auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden als gesetzlich vorgeschrieben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält das geplante, aber noch nicht eingeführte Tierwohl-Label für unzureichend, weil die Standards kaum höher sind als die gesetzlichen Vorgaben. Die Umweltorganisation schlägt vor, stattdessen für Fleisch eine Kennzeichnung wie bei Eiern einzuführen, beispielsweise 0 für Bio und 1 für die Kriterien des Neuland-Siegels. Stufe 2 müsste erheblich besser sein als der gesetzliche Standard und deutlich mehr Platz garantieren. Stufe 3 wäre nach Vorstellung des BUND das, was heute die Mehrzahl der Tiere erleiden muss: der gesetzliche Standard.

Mehr Linsen, Bohnen und Erbsen aufs Feld!


Kichererbsen erobern auch deutsche Küche (c) Teodora_D

Hülsenfrüchte sind weltweit eine wertvolle Protein- und Mineralstoffquelle für Mensch und Tier. Europa hat jedoch ein Problem: Bohnen, Erbsen, Linsen und Co. wachsen nur noch auf gut zwei Prozent der Ackerflächen. Dabei bringt der Anbau auch für die Umwelt Vorteile: Die Böden gewinnen an Fruchtbarkeit, denn Leguminosen können Stickstoff aus der Luft binden und verbessern so den Boden. Mehr Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan und weniger Fleisch sind zudem gut für die Gesundheit und auch fürs Klima. Deswegen will die EU den Anbau von Hülsenfrüchten in Europa vorantreiben und fördert dafür das EU-Projekt TRUE mit fünf Millionen Euro.

24 Projektpartner aus zehn Ländern, darunter die Universität Hohenheim, untersuchen Anbausysteme und Nahrungsmittelketten, um herausfinden, wie mehr Leguminosen – zum Beispiel Kichererbsen - auf Europas Äcker kommen können. Die geringe Ertragssicherheit und mangelnde Wirtschaftlichkeit gelten bislang als größte Hemmfaktoren. Es gibt aber auch Vorzeigebeispiele: Soja als Newcomer im kühleren Mitteleuropa und der Neustart für den Linsenanbau. Bei Soja hat das Unternehmen Taifun-Tofu als Pionier den Bio-Anbau maßgeblich vorangebracht.

Bio-Fachgeschäfte bieten traditionell ein großes Sortiment an Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen, immer häufiger auch aus heimischem Bio-Anbau. Für Einsteiger geeignet sind rote und gelbe Linsen, Puy- und Beluga-Linsen, denn sie haben nur eine kurze Kochzeit. Unschlagbar wird das hochwertige Eiweißprofil übrigens in Kombination mit Getreide – zum Beispiel in Spätzle mit Linsen oder in einem Gemüse-Linsen-Eintopf mit Vollkornreis. Außerdem gibt es im Bio-Fachhandel eine große Vielfalt an Produkten mit Hülsenfrüchten, zum Beispiel im Kühlregal Hummus, Falafel und frischen Linsensalat, Brotaufstriche auf Basis von Kichererbsen, Linsen oder Lupinen und sogar Pasta aus Linsen-, Bohnen- oder Kichererbsenmehl.

Vom Gras ins Glas - Schülerwettbewerb „Echt kuh’l“


Bei ECHT KUH-L gibt's echt was zu gewinnen!

Kuhflüsterer, Milchforscherinnen und Joghurt-Detektive aufgepasst: Beim bundesweiten Schülerwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung geht es 2018 um die Milch! Unter dem Motto „Vom Gras ins Glas“ sollen Kinder und Jugendliche herausfinden, wie Kühe, Ziegen und Schafe gehalten werden. Was ist eine tiergerechte Haltung und was könnte verbessert werden? Was ist das Besondere an Bio-Milch? Ist Milch überhaupt gesund – was steckt alles drin? Und wie wird aus Milch Käse oder Joghurt?

Videos, Broschüren, Kunstwerke, Songs, Websites, Plakatserien, aussagekräftig dokumentierte Aktionstage oder eine Sonderausgabe der Schülerzeitung – alles ist möglich. Teilnehmen können Kleingruppen, Einzelpersonen oder Klassen. Auch jahrgangs- und fachübergreifende Projektarbeiten und außerschulische Gruppen sind zugelassen. Gruppen mit mehr als 35 Personen werden für den „Sonderpreis Schule“ bewertet.

Der Wettbewerbsauftakt war auf dem Demeter-Bauckhof Amelinghausen. Dort leben 40 Milchkühe der Rassen Schwarzbunte und Angler, die täglich Auslauf haben und im Sommer auf der Weide grasen. Die Milch wird in der Käserei neben den Stallgebäuden verarbeitet. ECHT KUH-L! läuft im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und soll anregen zur Auseinandersetzung mit Ökolandbau, nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung. Die „KUH-LE KUH“ twittert regelmäßig, und im YouTube-Kanal gibt's die bisher eingereichten Wettbewerbsfilme und einen kurzen Clip für Echt-Kuh’l-Einsteiger.

Einsendeschluss ist der 31. März 2018. Beteiligen können sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 10 aller Schulformen. Mehr als 40 Preise sind zu gewinnen, darunter eine mehrtägige Berlin-Reise, Tagesausflüge sowie Sach- und Geldpreise. Weitere Informationen – auch speziell für Lehrerinnen und Lehrer - unter www.ECHTKUH-L.de.