Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 12/2017

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Ingwer wärmt und würzt


Ingwer, lecker und gut, nicht nur im Tee! (c)lev dolgachov

Wenn es draußen ungemütlich um die Ecken zieht, wärmt Ingwer wohlig von innen. Einfach zwei, drei dünne Scheiben von einer frischen Ingwerknolle abschneiden, mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und genießen. Wer mag, süßt mit Honig und gibt Zitronensaft hinzu. Das aromatische Getränk lindert sogar eine Erkältung im Anflug. Nach der ayurvedischen Heillehre und in der traditionellen chinesischen Medizin ist Ingwer eines der wichtigsten Heilmittel. Nun bekommt er Anerkennung auch bei uns: Der NHV Theophrastus, der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Paracelsus, hat den Ingwer zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die dessen vielseitige Wirksamkeit bestätigen, zum Beispiel bei Reisekrankheit und bei Entzündungen.

Vor allem aber bringt Ingwer Aroma in die Küche. Die wärmende, fruchtige Schärfe gehört zum indischen Kartoffelcurry Aloo Masala genauso wie zum Thai-Curry mit Hähnchen und zur Erdnusssauce für indonesische Satay-Spieße. Lecker und wärmend und damit unbedingt wintertauglich sind auch Karotten-Ingwer-Cremesuppe oder Gemüse-Hühnersuppe mit Ingwer und Chili. Frischen Bio-Ingwer muss man übrigens nicht schälen, und kann so mehr von den ätherischen Ölen, die auch dicht unter der Korkschicht eingelagert sind, nutzbar machen. Ein weiterer Grund, grundsätzlich Bio-Ingwer zu verwenden!

Tees mit Ingwer und Gewürzen wie Kurkuma, Kardamom und Zimt gibt es in Indien rund um die Uhr an jeder Straßenecke, aber inzwischen hat der Chai auch bei uns viele Fans. Während konventionelle Mischungen fast immer Aromen aus dem Labor enthalten, gibt es im Bio-Fachhandel eine große Auswahl von mit natürlichen Zutaten, zum Beispiel „Typisch Chai“ von Lebensbaum mit Orange, Ingwer, Zimt, Kardamom, Piment, Pfeffer, Gewürznelke und Sternanis oder von Sonnentor „Chai Schwarzteekuss“. Und natürlich kann man sich seinen persönlichen Chai auch selbst mit frischen Zutaten zubereiten - aber nie den Ingwer vergessen!

Bio ernährt die Welt


Wie werden zukünftig weltweit alle satt? ©jokerpro

Könnte es klappen - oder doch nicht? Immer wieder behaupten Verfechter der industriellen Landwirtschaft, mit Bio würden nicht alle Menschen auf der Erde satt. Eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau in Zusammenarbeit mit der UN-Ernährungsorganisation FAO und drei Universitäten setzt dem ein lautes „Und es geht doch!“ entgegen. Allerdings müssten wir dazu weltweit unser Konsumverhalten ändern: weniger tierischer Produkte verzehren und Nahrungsmittelabfälle reduzieren, und zusätzlich in der Tierhaltung weniger Kraftfutter wie Weizen und Soja einsetzen.

Ein solches Ernährungssystem würde laut der Studie nicht nur alle satt machen, sondern auch große Umweltvorteile bringen, denn die Treibhausgas-Emissionen sowie der Pestizidverbrauch sinken und Überdüngung und Stickstoffüberschüsse werden vermieden. Trotzdem sei kein höherer Landverbrauch zu erwarten. Bei einer reinen Umstellung der Weltackerfläche auf Bio würde dagegen der Flächenbedarf wegen der geringeren Erträge um bis zu ein Drittel steigen.

Fazit: 2050 könnten sogar neun Milliarden Menschen umweltfreundlich und ressourcenschonend ernährt werden, wenn wir weltweit auf Bio umstellen und dabei stärker auf pflanzliche Lebensmittel setzen sowie die Verluste von Lebensmitteln vom Acker bis zum Teller deutlich begrenzen.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Sodasan und Andechser


(c) obs/Andechser Molkerei Scheitz GmbH/Bernhard Mayer

Als „Vorbild der Nachhaltigkeit“ und Vordenker für grüne Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel erhielt Sodasan am 8. Dezember 2017 den Deutschen Nachhaltigkeitspreisin der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“. Der norddeutsche Bio-Pionier setzte sich damit gegen 400 Mitbewerber durch. 1.200 geladene Gäste folgten der feierlichen Preisvergabe in Düsseldorf, darunter Prof. Dr. Klaus Töpfer, die Schauspielerin Natalie Wörner und Otto Waalkes.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen sowie Forschung und mit über 800 Bewerbern der größte Preis seiner Art in Europa. Sodasan wurde dafür gewürdigt, dass Nachhaltigkeit in den Unternehmensstrukturen seit der Gründung vor 35 Jahren tief verwurzelt ist. Fast 40 Prozent der Rohstoffe sind bio-zertifiziert, es gibt keine gentechnisch veränderten Inhaltsstoffe und keine aus der Petrochemie. Sodasan achtet auf effiziente, energiearme Herstellung, Strom und Wärme stammen aus erneuerbaren Energien und die Umstellung auf eine papierlose Verwaltung ist eingeleitet.

 

Seit 2016 ist der Betrieb CO2-neutral. Im Einkauf steht der Kreislaufgedanke im Fokus, sowohl bei den Rohstoffen als auch beim Verpackungsmaterial. Alle Produkte sind mit anerkannten Gütesiegeln wie Ecocert oder Ecogarantie zertifiziert. Im November war Sodasan bei einer Leser-Umfrage der Zeitschrift Focus als nachhaltigstes Unternehmen in Deutschland gewählt worden.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Andechser Molkerei Scheitz, und zwar mit dem Preis für die Nachhaltigste Markein Deutschland. Die professionelle Markenführung, die stabile Markenstärke im Nachhaltigkeitsbereich und originelle Initiativen wie „Kuh-Patenschaft“ und „Kuh-Challenge“, die für Verbrauchervertrauen sorgen und das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft stärken, überzeugten die Jury. Die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales bilden den Kern der Markenführung. So gehört der transparente Futtermittelkreislauf zum festen Bestandteil der Produktion, ebenso die Bioland-Zertifizierung der Milchlieferanten. Konsumenten können bereits seit 2008 zurückverfolgen, woher die Milch stammt.

Gesund, lecker, im Trend: Nuss- und Mandelmus


Nussmuse, nicht nur etwas für die Brotzeit / ©Heike Rau

Aus purer Nuss sind sie gemacht, die vielfältigen Nussmuse im Bio-Regal. Mandeln, Erd- oder Haselnüsse, Macadamia- oder Cashewnüsse aus ökologischem Anbau werden dafür geröstet, gemahlen und ins Glas gefüllt. Diese Cremes sind genauso gesund wie Nüsse, reich an Eiweiß, mit vielen Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium, B-Vitaminen und gesunden Fettsäuren. Anders als Nüsse kann man Nussmus jedoch praktischerweise gleich aus dem Glas für cremige Saucen, Suppen und Dips, aber auch für Desserts, Smoothies und Gebäck verwenden.

Passend zur Adventszeit sind beispielsweise Spekulatius-Tiramisu mit Cashew-Creme oder Brownie-Pralinen mit Mandelmus eine gute Idee. Mit dem milden, leicht karamelligen Cashewmus lassen sich aber auch Saucen und Gemüsegerichte aromatisch abrunden. Für asiatische Gerichte und Currys ist Erdnussmus die beste Wahl. Gibt es im Bio-Fachgeschäft fein vermahlen oder „crunchig“ mit Erdnussstückchen – köstlich auf einer frischen Scheibe Brot, in den USA als Erdnussbutter beliebt. Haselnuss- und Macadamiacreme schmecken ebenfalls auf Brot, aber ebenso in Milchshakes, Desserts und Gebäck.

Beim Bio-Mandelmus gibt es helle und dunkle Sorten. Die Mandeln für die dunkle Variante werden nicht geschält, daher sind mehr Nährstoffe enthalten und der Geschmack ist intensiver. Das mildere weiße Mandelmus ist gut geeignet als Sahne-Ersatz in veganen Saucen und für Suppen wie Erbsen- oder Blumenkohlcremesuppe. Mit Räuchertofu, Hafermilch, Sojasauce, Zwiebeln und Knoblauch und kann man sogar vegane Spaghetti alla Carbonara kreieren. Wie alle Nussmuse macht sich Mandelmus auch gut in süßen Leckereien wie Mandel-Pfirsich-Drink oder Mandeleis.

Nuss- und Mandelmuse sind lange haltbar, auch geöffnet. Bei längerer Lagerung kann sich an der Oberfläche etwas Nussöl absetzen, ein Zeichen dafür, dass das Produkt weitgehend naturbelassen und frei von Zusatzstoffen wie Emulgatoren und Stabilisatoren ist. Einfach kurz vor dem Verzehr mit einem sauberen Löffel unterrühren.

Das Sterben der Insekten stoppen


Insekten in Gefahr! - (c)Martin Erstling

Die Artenvielfalt der Insekten ist weltweit in Gefahr. Trotzdem werden weiter ungebremst Pestizide versprüht, und Lobbyisten sind fleißig dabei, die Gefahren von Glyphosat und Neonikotinoiden herunterzuspielen. Klar ist: Seit 1989 ging in Deutschland ein Großteil der Insektenmasse verloren, vermutlich mehr als drei Viertel. Das zeigen unter anderem die Ergebnisse aus fast 30 Jahren Monitoring in mehr als 60 Naturschutzgebieten. Forscher sind überzeugt, dass europaweit Rückgänge zu verzeichnen sind, vor allem in der Agrarlandschaft, wo massenhaft Pestizide eingesetzt werden. Das Bundesamt für Naturschutz hat jetzt ein bundesweites Insekten-Monitoring in Auftrag gegeben, das verschiedene Lebensräume und Nutzungsarten erfassen soll.

Bienen, Käfer, Libellen, Ameisen, Schwebfliegen und tausende weitere, wenig bekannte Insekten sind das Fundament unserer Ökosysteme. Sie sind nicht nur die artenreichste Tiergruppe, sondern auch Bestäuber, Bodenaufbereiter und unverzichtbare Nahrung für Vögel, Fische, Frösche, Eidechsen und Säugetiere. Allein der Wert der Bestäubung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen durch Insekten wird weltweit auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Dennoch hat Bundesagrarminister Christian Schmidt im Alleingang und gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung Ende November „Ja“ gesagt zum weiteren Einsatz von Glyphosat in der EU. Mitte Dezember debattierte der Bundestag, wie der Einsatz zumindest hierzulande beschränkt werden kann. Die Grünen, die Linke und die SPD brachten dazu jeweils Anträge ein. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat währenddessen bereits ein Verbot innerhalb von drei Jahren angekündigt.

Genau wie Glyphosat sind auch Neonikotinoide eine Gefahr für die Artenvielfalt. Die EU-Kommission will zwar das seit 2013 bestehende Teilverbot für die drei hochgradig bienengiftigen „Neonics“ auf alle Freilandkulturen ausweiten. Erforderlich wäre aber auch ein Verbot für Treibhauskulturen. Oder eben: 100 Prozent Bio – keine Pestizide, keine Agrarsteppen, kein Insektensterben und gesündere Lebensmittel!