Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 7/2017

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Kein Sommer ohne Salat!


Wächst auch auf dem kleinsten Balkon ©pixelunikat

Blattsalate sind im Sommer beliebt, weil sie leicht, frisch und kalorienarm sind. Weil Bio-Salat in den warmen Monaten im Freiland geerntet wird, enthält er zudem besonders viele Nährstoffe, wenig Nitrat und schmeckt aromatischer. Im Bio-Fachgeschäft gibt es jetzt eine große Auswahl, oft aus der Region und somit so erntefrisch wie möglich. Beim ökologischen Anbau steht die Gesundheit der Pflanzen im Mittelpunkt. Wichtig ist zum Beispiel die richtige Fruchtfolge, damit der Boden ausreichend Nährstoffe enthält. Bei der Auswahl von Sorten werden die bevorzugt, die robust sind gegen Schädlinge und zum Standort passen. Konventionell angebauter Salat wird dagegen reichlich mit Pestiziden behandelt, die sich oft auf den Blättern nachweisen lassen, wie Analysen regelmäßig zeigen.

Blattsalate kann man immer wieder anders servieren – puristisch nur mit Vinaigrette oder ein paar sommerlichen Zutaten nach Geschmack wie Gurke, Tomate, Radieschen oder Paprika. Wenn es eine Hauptmahlzeit werden soll, kommen nach Lust und Laune mal gegrilltes Gemüse und Feta dazu, rote Linsen und Schalotten oder Schinken, Parmesan und Lauchzwiebeln. Frische Kräuter sind immer eine gute Idee, und ein hochwertiges Öl sorgt nicht nur für Geschmack, sondern versorgt mit lebensnotwendigen ungesättigten Fettsäuren.

Eichblattsalat schmeckt leicht nussig und lässt sich besonders gut mit mediterranen Zutaten wie Balsamico, Olivenöl, Schafskäse und Knoblauch kombinieren. Der rot angehauchte „Krauskopf“ Lollo Rosso hat ein kräftiges Aroma und eine leichte Bitternote. Würzige Dressings, zum Beispiel mit Senf und Traubenkernöl, ergänzen ihn gut. Es gibt übrigens auch grüne Varianten, den Lollo Bianco. Eine weitere Variante ist Friséesalat, manchmal auch als „Krause Endivie“ bezeichnet. Er kann gut mit einer Joghurtsoße oder einem fruchtigen Dressing serviert werden. Grundsätzlich gilt: Salat mit Dressing oder Vinaigrette nie lange stehen lassen, weil er rasch schlapp wird.

Glyphosat soll sich vom Acker machen


(c) NABU_HelgeMay

1,3 Million Menschen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten haben die Europäische Bürgerinitiative "Stop Glyphosat" unterzeichnet – eine Rekordbeteiligung! Trotzdem hat die EU-Kommission gerade vorgeschlagen, den Unkrautvernichter für weitere zehn Jahre zuzulassen - sogar ohne Verbote für Hobbygärten und für den Einsatz in der Nähe von Spielplätzen. Auch das Spritzen von reifem Getreide zur Erleichterung der Ernte soll weiter gestattet sein. Das EU-Parlament hatte dagegen höchsten sieben Jahre und strenge Auflagen gefordert.

Eine Entscheidung ist bis Ende des Jahres fällig, da dann die Zulassung für Glyphosat ausläuft. Die Lobbyarbeit der Umwelt- und Öko-Verbände läuft in Brüssel daher weiter auf Hochtouren. Das ist umso wichtiger, weil nicht nur die jahrelange intensive Meinungsmache der Agrarkonzerne Politiker und Behörden gelenkt hat, sondern weil Monsanto sogar Einfluss auf Forscher genommen hat. Über die Hälfte der für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tätigen Wissenschaftler hat zudem direkte oder indirekte Verbindungen zu Industriezweigen, die sie eigentlich kontrollieren sollen.

Glyphosat ist das am weitesten verbreitete Pflanzengift der Welt. Es gelangt über die Blätter in alle Bestandteile der Pflanze und lässt sich somit auch nicht abwaschen. Der Einsatz hat sich weltweit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. In Deutschland wird es auf 40 Prozent der Ackerfläche eingesetzt. Das Pestizid ist Teil einer Landwirtschaft, die auf industrielle Produktion setzt und die Kollateralschäden auf andere abwälzt. Der Einsatz trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei, denn als Totalherbizid vernichtet Glyphosat die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen, Vögeln und zerstört die Lebensräume von wichtigen Nützlingen.

Glyphosat wird auch in Parks eingesetzt, um Wege frei von Wildkräutern zu halten, auf Bahngleisen und sogar in vielen privaten Gärten. Nach Protestaktionen von Umweltverbänden verkauft ein Großteil der Baumärkte keine glyphosathaltigen Pestizide mehr. Online und im lokalen Handel ist es jedoch weiterhin einfach zu haben. In einer Online-Aktionruft der NABU-Hobbygärtner dazu auf, bis zum 7. August Unternehmen zu melden, wo Produkte mit Glyphosat und anderen Giften noch erhältlich sind.

Mikroplastik: Hersteller tricksen beim Ausstieg


Garantiert kunstofffrei: Zertifizierte Naturkosmetik

Mehr und mehr konventionelle deutsche Marken-Kosmetikhersteller nennen sich Mikroplastik-frei, verwenden aber weiterhin verschiedene Kunststoffe in ihren Kosmetikprodukten. Das ist das Ergebnis des Greenpeace-Checks Plastik in Kosmetik, für den die Umweltorganisation 22 Anbieter und ihre Produkte unter die Lupe genommen hat. Darunter Beiersdorf, Schwarzkopf und die Eigenmarken von dm und Rossmann. Grüne Häkchen bei allen vier Bewertungs-Kategorien erhielten nur die zertifizierten Naturkosmetikhersteller im Test: Logocos, Primavera, Börlind, Lavera, Santaverde, Speick und Weleda.

 

Die Selbstverpflichtung im sogenannten "Kosmetikdialog" zwischen Industrie und Politik hat zwar feste Plastikpartikel aus konventionellen Peelings und anderen abwaschbaren Pflegeprodukten größtenteils verdrängt. In flüssiger, gel- oder wachsartiger Form stecken synthetische Polymere aber noch immer in einer Vielzahl von Gesichtscremes, Lotionen, Deos, Duschgels, Shampoos, Haarspray, Lidschatten und Lippenstiften. Sie sollen zum Beispiel den Glanz oder die Streichfähigkeit verbessern oder den Schutz vor Sonnenstrahlen erhöhen. Die Kunststoffverbindungen - darunter Nylon, Polypropylen, Polyquaternium und bestimmte Silikon-Verbindungen - gelangen aber ebenfalls über den Abfluss bis ins Meer. Einige sind nachweislich umweltschädlich, viele nicht ausreichend untersucht. Alle diese Kunststoffe tragen dazu bei, dass der endliche und knappe fossile Rohstoff Erdöl weiter verschwendet wird. Greenpeace fordert ein umfassendes Verbot für Mikroplastik, einschließlich synthetischer Polymere, in Verbrauchsgütern, die ins Abwassersystem gelangen. Wer darauf nicht warten will: Garantiert frei von festen und flüssigen Kunststoffen ist zertifizierte Naturkosmetik, die es im Naturkost- oder Naturkosmetikfachgeschäft gibt.

Oliven: Kleine Bio-Delikatessen


Alle Oliven sind zunächst grün ... ©nadianb

Wie am Mittelmeer: Oliven bringen mit Brot und kühlen Getränken Urlaubsstimmung auf den Tisch. Sie schmecken besonders gut pur als Antipasti, aber auch im Salat, zu Pasta oder auf der Pizza. Und natürlich auch mal zum Aperitif, ob klassisch im Martini oder zu einem alkoholfreien Mix wie „Eye of the Hurricane“ mit Bitter Lemon, Maracujasirup und Limettensaft. Die passenden Oliven finden Sie in großer Auswahl im Bio-Fachgeschäft, pur in Öl oder Salzlake eingelegt, gefüllt mit Mandeln, Knoblauch oder Paprika oder mit Kräutern verfeinert, mit oder ohne Stein. Alle enthalten viel Vitamin E, Antioxidantien und wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Die meisten Bio-Hersteller pasteurisieren ihre Oliven nicht, sondern verarbeiten sie kalt, um die Inhaltsstoffe zu schonen und den Geschmack zu bewahren.

Es gibt Hunderte verschiedene Olivensorten, die sich in Form und Größe unterscheiden. Die bekannteste ist wohl die Kalamata von der Halbinsel Peloponnes. Der Geschmack wird nicht nur von der Sorte, sondern wie beim Wein auch von Boden und Klima geprägt. Dass es grüne und dunkle Oliven gibt, hat jedoch gar nichts mit der Sorte zu tun: Alle Oliven sind zunächst grün und werden beim Reifen rötlich-braun oder dunkelviolett. Grüne Oliven werden unreif gepflückt, daher ist ihr Fruchtfleisch fester, der Geschmack herb und leicht scharf. Dunkle Oliven sind weicher, würziger und vollmundiger.

Im ökologischen Anbau werden die Olivenbäume auf natürliche Weise gepflegt. Das ist ein großes Plus auch für die Umwelt und das Landschaftsbild, das am Mittelmeer seit Jahrtausenden von Olivenhainen geprägt ist. Was unter den Bäumen wächst, wird nicht mit Herbiziden vernichtet, sondern Gras und Wildblumen tragen zur Artenvielfalt und damit zum ökologischen Gleichgewicht bei. Grasschnitt macht den Boden fruchtbarer und hilft ihm, Feuchtigkeit zu halten. Das fördert auch Nützlinge, die unter anderem die Olivenfliege in Schach halten. Zusätzlich nutzen die Ölbauern Fallen mit natürlichen Lockstoffen.

Duftendes Multitalent Lavendel

Der Lavendel blüht! Und das seit drei Jahren nicht nur in der Provence, sondern sogar am Teutoburger Wald. 50.000 Bio-Lavendelpflänzchen aus Südfrankreich wachsen dort und liefern den duftenden Rohstoff für Aromaöle und Naturkosmetik. Während die Lavendelbauern in Südfrankreich seit einigen Jahren immer wieder mit massivem Schädlingsbefall zu kämpfen haben, gedeiht der Lavendel im Norden unerwartet prächtig, und auch das kostbare Lavendelöl, das aus den per Wasserdampfdestillation aus den blühenden Rispen und den Stängeln gewonnen wird, liefert beste Laborwerte.

Lavendel ist nicht nur beliebt für Duftöl und Naturkosmetik, sondern zählt zu den wichtigsten Pflanzen der Naturheilkunde. Echter Lavendel hat eine beruhigende, krampflösende und antiseptische Wirkung und hilft bei kleinen Verbrennungen, Hautabschürfungen, Entzündungen und Insektenstichen. In der Aromatherapie wird er vor allem gegen Stress, Migräne und Schlafbeschwerden eingesetzt. Französische Parfümeure, die Lavendel etwa seit dem 13. Jahrhundert einsetzten, erkrankten seltener an Pest und Cholera. Offensichtlich schützten die antiseptischen, bakteriziden und antiviralen Eigenschaften vor der Ansteckung.

Taoasis wird das Lavendelöl aus Deutschland in diesem Jahr erstmals in Produkten für den Naturkosmetikmarkt verarbeiten. Eingesetzt wird es zum Beispiel in Raumspray, Gesichtstonikum und im „Schlaf gut Roll-on“. Auch Primavera hat Lavendelöl im Sortiment, außerdem zum Beispiel ein Deo mit Lavendel und Bambus und ein Körperöl mit Lavendel, Vanille, Nachtkerzen- und Aloe-Vera-Öl. Im Bio-Fachhandel finden Lavendel-Fans auch Bodylotion, Entspannungsbäder, Pflegespülung, Body Balm, Massageöle, Seifen und Flüssigseifen mit dem Duft der violetten Blüten. Auch die Wäsche macht Lavendel duftig: Von Sodasan gibt es ein Color-Lavendel-Flüssigwaschmittel, von Sonett ein Waschmittel Lavendel, das im Baukastensystem mit Enthärter und Bleichkomplex ergänzt werden kann.

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